Was schreibe ich in ein Kondolenzbuch? Formulierungen und Beispiele
Ins Kondolenzbuch gehört eine kurze, ehrliche Nachricht: der Name der verstorbenen Person, eine Erinnerung oder Eigenschaft, an die du immer denken wirst, und ein paar liebe Worte an die Familie. Zwei oder drei Sätze reichen völlig. Ein echtes Detail, etwa wie sie beim Kochen immer vor sich hin gesummt hat, bedeutet der Familie mehr als jede noch so schöne Formulierung.
Die meisten von uns sind wie blockiert, sobald sie den Stift in der Hand haben. Hinter dir warten andere, die Familie steht ein paar Meter weiter, und plötzlich wirkt „Herzliches Beileid“ gleichzeitig zu wenig und wie das Einzige, was dir einfällt. Hier findest du Ideen und Beispiele zum Ausleihen, damit du etwas schreibst, über das du später froh bist.
Was ist ein Kondolenzbuch?
In ein Kondolenzbuch oder Gedenkbuch schreiben Menschen ein paar Zeilen über jemanden, der gestorben ist. Du findest es bei Beerdigungen, Trauerfeiern und Gedenkfeiern, manchmal auch in der Kirche, in der Schule oder am Arbeitsplatz. Manche Einträge erinnern an die verstorbene Person, andere richten sich direkt an die Familie. Beides ist richtig.
Manche Familien lesen ihr Buch an jedem Jahrestag wieder. Andere stellen es ins Regal und schlagen es erst auf, wenn sie so weit sind. So oder so: Was du schreibst, wird mehr als einmal gelesen, und oft von den Menschen, die die verstorbene Person am meisten geliebt haben.
So baust du deine Nachricht auf
Wenn dir nichts einfällt, helfen diese drei Schritte:
- Nenne den Namen. So, wie du die Person kanntest: Oma Hilde, Herr Weber, Klaus aus dem Schrebergarten.
- Teile eine Sache. Eine Erinnerung, eine Angewohnheit, ein typischer Satz oder wie du dich in ihrer Nähe gefühlt hast.
- Schließe mit Wärme. Ein paar Worte an die Familie oder ein einfacher Abschiedsgruß.
Mehr braucht es nicht. Du musst kein ganzes Leben zusammenfassen, und ein Gedicht erwartet auch niemand.
Beispiele für Texte im Kondolenzbuch
Kurz und schlicht
- „In Gedanken bei euch allen. Margarete war einer der herzlichsten Menschen, die ich kannte.“
- „In liebevoller Erinnerung an eine wunderbare Nachbarin.“
- „Danke, dass ihr ihn mit uns geteilt habt. Er wird uns so fehlen.“
Mit einer Erinnerung
- „Ich werde nie vergessen, wie Peter mit der Leiter vor der Tür stand, bevor überhaupt jemand gefragt hatte. Das war typisch für ihn.“
- „Jedes Jahr zu Weihnachten kam von Inge eine riesige Karte mit allen Neuigkeiten aus der Straße. Die werde ich vermissen.“
- „Deine Mama hat mir mit neun Jahren gezeigt, wie man Mürbeteig macht. Ich nehme bis heute ihren Trick mit der kalten Butter und denke jedes Mal an sie.“
Für einen Kollegen oder eine Kollegin
- „Mit Stefan waren sogar Montagmorgen auszuhalten. Ohne seine schlechten Witze ist es im Büro viel zu still.“
- „Bei Anne haben sich alle Rat geholt, wenn sie nicht weiterwussten. Sie hatte immer Zeit, auch wenn sie eigentlich keine hatte.“
Wenn du die Person kaum kanntest
- „Ich habe Thomas nur ein paar Mal getroffen, aber ich habe gesehen, wie viel er euch bedeutet hat. Ich denke an euch.“
- „Mit aufrichtigem Mitgefühl für die ganze Familie, Rebecca (Emmas Freundin aus dem Studium).“
Ein bisschen leichter
Lustige Erinnerungen sind erlaubt, und oft sind es genau die, die eine Familie am meisten schätzt. Bleib dabei liebevoll und verlass dich auf dein Gefühl:
- „Opa hat niemals jemand anderen die Weihnachtsgans tranchieren lassen, und er hatte völlig recht damit. Deine Ella.“
- „Nur Linda konnte sich auf einer geraden Straße verlaufen und mit einer neuen besten Freundin zurückkommen. Sie wird uns so fehlen.“
Was du besser weglässt
- Sätze, die du nie laut sagen würdest. Was du der Familie nicht ins Gesicht sagen würdest, gehört auch nicht ins Buch.
- Zu viel über dich selbst. Eine Zeile dazu, woher du die Person kanntest, hilft. Eine ganze Seite über deine eigene Trauer passt besser in einen persönlichen Brief.
- Vermutungen über den Glauben. Wenn du nicht weißt, wie religiös die Familie ist, lass religiöse Formulierungen lieber weg.
- Alles Private. Geschichten, bei denen beim Leichenschmaus jemand rot werden würde, gehören höchstens in eine persönliche Karte.
- Nur den Vornamen. Schreib dazu, woher du die Person kanntest. In ein paar Jahren sagt „Susanne“ niemandem mehr etwas, „Susanne aus dem Chor“ dagegen schon.
Wenn du selbst ein Kondolenzbuch auslegst
Wenn du die Beerdigung oder eine Gedenkfeier organisierst, helfen ein paar Kleinigkeiten, damit die Leute mehr schreiben:
- Schreib eine kurze Frage auf die erste Seite, zum Beispiel „Teile eine Erinnerung an Papa“ oder „Was wirst du an ihr nie vergessen?“
- Mach den ersten Eintrag selbst, dann steht niemand vor einer leeren Seite.
- Leg zwei gute Stifte hin. Einer verschwindet garantiert.
- Stell das Buch an einen ruhigen Ort und nicht in den Eingang, wo sich alle drängen.
- Leg ein paar lose Karten daneben, für alle, die lieber zu Hause schreiben und die Karte später einlegen möchten.
Jedes stabile Hardcover mit großzügigen, unlinierten Seiten erfüllt seinen Zweck. Unser Book of Special Guests erscheint diesen Herbst. Wir haben es als Gästebuch für Hochzeiten und Zuhause entworfen, aber mit seinen schlichten Seiten, dem ruhigen Einband und dem Schuber passt es auch gut zu einer Trauerfeier.
Ihre besonderen Tage lebendig halten
Ein Kondolenzbuch hält den Tag des Abschieds fest. Schwerer fallen vielen Familien aber die Jahre danach: der erste Geburtstag ohne sie, der Jahrestag, der eine Tag im Jahr, um den sie immer ein großes Aufheben gemacht hat.
Genau da kann ein Erinnerungsbuch helfen. Unser Book of Special Days hat eine Seite für jedes Datum, aber keine Jahreszahlen. Du schreibst also nur, wenn etwas passiert, und die Seiten füllen sich mit der Zeit. Du könntest jedes Jahr an ihrem Geburtstag ein paar Zeilen schreiben, von dem Tag erzählen, an dem ihr einen Baum für sie gepflanzt habt, oder vom ersten Mal, als ein Enkelkind ihren berühmten Streuselkuchen gebacken hat. Nach und nach werden diese Seiten zu einer stillen Erinnerung an einen Menschen, der weiterhin zur Familie gehört. Du findest es zusammen mit unseren anderen Erinnerungsbüchern hier.
Ideen für diese Seiten findest du in unserem Ratgeber Was schreibe ich in ein Erinnerungsbuch?, und in Das Erinnerungsbuch, das zum Familienerbstück wird erzähle ich, wie unser eigenes Familienbuch mit meiner Oma angefangen hat.
Häufige Fragen
Was schreibt man in ein Kondolenzbuch?
Eine kurze Nachricht mit dem Namen der verstorbenen Person, einer Erinnerung oder Eigenschaft, an die du denkst, und ein paar lieben Worten an die Familie. Zwei oder drei Sätze reichen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kondolenzbuch und einem Gedenkbuch?
Die beiden sind sich sehr ähnlich. In einem Gedenkbuch geht es vor allem um die verstorbene Person, ein Kondolenzbuch richtet sich eher an die Familie. Viele Familien nutzen ein Buch für beides.
Darf man etwas Lustiges ins Kondolenzbuch schreiben?
Ja, solange es liebevoll ist. Gerade die lustigen Erinnerungen schätzen Familien oft am meisten. Lass nur alles weg, was jemandem unangenehm sein könnte.
Was schreibe ich, wenn ich die Person kaum kannte?
Schreib, woher du die Familie kennst, und drück dein Mitgefühl aus, zum Beispiel: „Ich habe Thomas nur ein paar Mal getroffen, aber ich habe gesehen, wie viel er euch bedeutet hat.“
Welches Buch eignet sich als Kondolenzbuch?
Ein stabiles Hardcover mit großzügigen, unlinierten Seiten, damit alle genug Platz haben und das Buch lange hält. Schreib eine kurze Frage auf die erste Seite und leg gute Stifte daneben.
Wie können wir an Geburtstagen oder Jahrestagen an jemanden erinnern?
Schreibt jedes Jahr an diesem Datum ein paar Zeilen in ein gemeinsames Familienbuch. Ein immerwährendes Erinnerungsbuch wie das Book of Special Days, mit einer Seite für jedes Datum, aber ohne Jahreszahlen, eignet sich gut dafür.